Versetzung - Verbindlichkeit einer unbilligen Weisung - Antwort des 5. Senats Bundesarbeitsgericht

ein erfolgversprechender Umbruch in der Arbeitsrechtlichen Rechtsprechung nimmt die nächste Hürde. Versetzungsweisungen an andere Standorte ohne Änderungskündigung, sind demnächst noch kritischer zu hinterfragen. Folgt daraus ein vertrags- oder gesetzesäh

(19.09.2017)

BAG

Pressemitteilung Nr. 37/17

 

-> ein erfolgversprechender Umbruch in der arbeitsrechtlichen Rechtsprechung nimmt die nächste Hürde. Versetzungsweisungen an andere Standorte ohne Änderungskündigung, sind demnächst noch kritischer zu hinterfragen. Folgt daraus ein vertrags- oder gesetzesähnliches "Widerstandsrecht" der anderen Art?

 

Der Zehnte Senat des Bundesarbeitsgerichts hat gemäß § 45 Abs. 3 Satz 1 ArbGG bei dessem Fünften Senat angefragt, "ob dieser an seiner Rechtsauffassung zur Verbindlichkeit von Weisungen des Arbeitgebers im Anwendungsbereich des § 106 GewO festhält. Der Fünfte Senat hatte bisher angenommen, dass sich ein Arbeitnehmer über eine unbillige Ausübung des Weisungsrechts - sofern sie nicht aus anderen Gründen unwirksam sei - nicht hinwegsetzen dürfe, sondern entsprechend § 315 Abs. 3 Satz 2 BGB die Gerichte für Arbeitssachen anrufen müsse. Wegen der das Arbeitsverhältnis prägenden Weisungsgebundenheit sei der Arbeitnehmer an die durch die Ausübung des Weisungsrechts erfolgte Konkretisierung ua. des Inhalts der Arbeitsleistung vorläufig gebunden, bis durch ein rechtskräftiges Urteil die Unverbindlichkeit der Leistungsbestimmung feststehe (BAG 22. Februar 2012 - 5 AZR 249/11 - Rn. 24, BAGE 141, 34).

Der Fünfte Senat des Bundesarbeitsgerichts hat auf die Anfrage mitgeteilt, dass er an dieser Rechtsauffassung nicht mehr festhält."

  

Bundesarbeitsgericht,
Antwortbeschluss des Fünften Senats vom 14. September 2017 - 5 AS 7/17 -
Anfragebeschluss des Zehnten Senats vom 14. Juni 2017 - 10 AZR 330/16 (A) -